Feuerwehr lernt "Hofer Modell"
Geschrieben von Mike Finke (Ostthüringer Zeitung)   
Freitag, 22. April 2005

Praxisnaher Unterricht für Gefeller und Hirschberger Kameraden

Feuerwehr lernt "Hofer Modell"Von Mike Finke Gefell Das "Hofer Modell" lernten am Freitagabend rund 30 Feuerwehrkameraden der Wehren aus Hirschberg und Gefell in Theorie und Praxis kennen. Im Vordergrund steht eine personenorientierte und kooperative Rettung von Eingeklemmten nach Verkehrsunfällen. Als Referent war Rettungsassistent Ulf Saalfrank vom Bayrischen Roten Kreuz (BRK) im Gefeller Feuerwehrhaus zu Gast.

"Mangelnde Absprachen zwischen Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten waren vor mehr als drei Jahren der Anlass, dass Hofer Modell zu entwickeln", klärte Saalfrank auf. Die Anwesenden konnten die These mit Kopfnicken bestätigen. Mit Vertretern aus allen Gruppierungen habe man sich damals in Hof an einen Tisch gesetzt und ein Konzept ausgearbeitet. Mit dabei waren neben den bereits genannten Instutitionen auch Vertreter vom Luftrettungsdienst und von der Hofer Rettungsleitstelle.

Per Videotechnik bekamen die Feuerwehrleute das Modell präsentiert. So sei es günstig, rund um die Unfallstelle einen fünf und einen zehn Meter-Kreis einzurichten. Im ersten dürften sich nur direkt an der Bergung beteiligte Personen, im zweiten alle weiteren Einsatzkräfte aufhalten. Zudem wird dort die Bergungstechnik stationiert. Ein weiterer Modell-Punkt ist die genaue Vorgehensweise getreu dem Motto "Wer, wann, wo". "Wichtig dabei ist, miteinander zu kommunizieren anstatt eigene Wege zu gehen", so der Rettungsassistent. Immer wieder würde es vorkommen das "die rechte Hand nicht weiß was die linke gerade macht". Dadurch würde sich eine Bergung nur unnötig in die Länge ziehen. Auch die Betreuung von Verletzten und Angehörigen vor Ort, u.a. durch gutes Zureden, sei ein wichtiger Punkt in diesem schweren Moment.

Nach rund einer Stunde Theorie wurde das "Hofer Modell" an einem ausgemusterten Pkw praktiziert. Gleichzeitig stellte Ulf Saalfrank das bei BRK zum Standard gewordene KED-System vor. Diese Manschette wird hinter dem Rücken des Verletzten eingeführt und stützt die Wirbelsäule bei einer Bergung. "So können dem Verunglückten keine zusätzlichen Verletzungen zugefügt werden", erklärte Saalfrank.

Kreisbrandmeister Detlef Wagner gab zu verstehen, bei künftigen Einsätzen auch das "Hofer Modell" mit einzubinden.

Zu den Bildern...