Jahreshauptversammlung 2018
Geschrieben von Uwe Lange / OTZ   
Montag, 7. Januar 2019

Moderne Technik sowie ein hochmotiviertes, möglichst zahlreiches Team sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass nicht nur hier bei uns im Oberland die Freiwilligen Feuerwehren ihre Aufgaben erfüllen können.

Am Freitag zur Jahreshauptversammlung zogen die Kameraden in Gefell mit Stadtbrandmeister Mark Militzer an der Spitze ihre Bilanz für 2018.

So besteht die Einsatzgruppe der Feuerwehr aus der Kernstadt derzeit aus 34 aktiven Mitgliedern und fünf Kameraden der Jugendgruppe. „In den vergangenen zwölf Monaten hatten wir insgesamt 42 Einsätze abzuarbeiten. Die größte Position dabei waren Hilfeleistungen, die in Summe mit 18 anfielen“, informierte Wehrführer Michael Militzer. Im Ranking folgten Sicherheitsdienste zu diversen örtlichen und überörtlichen Veranstaltungen. Gerufen wurde die Truppe ebenso zu sieben Bränden. Dabei handelte es sich aufgrund der großen Trockenheit letzten Sommer meist um Wald- oder Flächenbrände. Unterm Strich war es nach den Worten von Michael Militzer ein „relativ durchschnittliches Einsatzaufkommen in unserem Gebiet.“

Positives konnte er über die neu eingeleiteten Maßnahmen/Initiativen zur Sicherung der Einsatzbereitschaft berichten. Denn: „Aufgrund der tagsüber kaum verfügbaren Einsatzkräfte, haben wir im vorigen Jahr unsere Alarmpläne überarbeitet und angepasst. So werden an Wochentagen zwischen 7 und 18 Uhr neben der Feuerwehr Gefell auch weitere Wehren der Einheitsgemeinde alarmiert.“ Die sollen – je nach Lage – entweder gleich zur Einsatzstelle rollen oder Fahrzeuge der Stadtwehr besetzen. So würden die Einsatzbereitschaft und die Motivation der Kameraden hoch gehalten sowie etwas für das Bewusstsein der Einwohner in Bezug auf die Feuerwehr getan. „Denn durch das stärkere Einbinden aller Gemeindewehren wird deutlich, wie wichtig eine funktionierende Wehr auch in jedem Ortsteil ist.“ 

Immer auf der Höhe der Aufgaben zu sein, ist aber längst kein Selbstläufer – muss trainiert werden. In Zahlen ausgedrückt hieß das im Bericht des Wehrführers, dass voriges Jahr 33 Ausbildungseinheiten durchgeführt wurden. „Und wir kamen so auf durchschnittlich 24 Ausbildungsstunden pro Kamerad. Hierbei erreichten 33 Prozent von ihnen die geplante jährliche Ausbildungszeit von 40 Stunden.“ Nach der aufgrund des Feuerwehrjubiläums etwas reduzierten Ausbildungsphase 2017, sei man 2018 wieder auf einem normalen Niveau angekommen.

Fasst man es einmal zusammen, dann betrug die Dauer aller Aktivitäten gemäß den Worten des Wehrführers im vergangenen Jahr rund 2500 Stunden. Das wiederum entspricht etwa 75 Stunden, die durchschnittlich jeder Kamerad leistete. „Die Spitzenwerte einiger lagen aber zwischen 130 und 185 Stunden, was in etwa einem Arbeitsmonat gleichkommt. So wurde also von ihnen ein kompletter Monat rein für die ehrenamtliche Arbeit investiert“, würdigte der Wehrführer.

 „Danke für die Einladung! Ich bin heute gern nach Gefell gekommen – weil ich großen Wert darauf lege, dass wir im Saale-Orla-Kreis ein funktionierendes Feuerwehrsystem haben“, so begann Landrat Thomas Fügmann (CDU) sein Grußwort. Eine hohe Priorität habe auch bei ihm, dass die Bürgermeister seines Verantwortungsbereiches gerade die kleinen Feuerwehren in den Ortsteilen unbedingt erhalten. „Weil sie zum einen ein Sicherheitsfaktor für die Bürger dort sind. Und zum anderen natürlich ist die Feuerwehr oftmals der einzige Verein, der vor Ort noch etwas tut.“

Aus kreislicher Sicht sei es aber ebenfalls von besonderer Bedeutung, die Stützpunktfeuerwehren, die ja überörtliche Aufgaben mit wahrnehmen müssen, entsprechend zu aktivieren. „Da gibt es auch Sorgen. Aber ich glaube schon, dass wir mit den sechs Stützpunktfeuerwehren im Landkreis gut aufgestellt sind.“

Eine gute Nachricht überbrachte der Landtagsabgeordnete Ralf Kalich (Die Linke). Hatte er doch im Zuge seiner vielfältigen Aktivitäten im Oberland zur Kenntnis nehmen müssen, dass 2018 der Versuch gescheitert ist, eine Drohne für die Feuerwehr Gefell anzuschaffen. Am Freitag konnte er nun berichten, dass es eine mündliche Zusage von Innenstaatssekretär Udo Götze gibt, so ein Teil 2019 für die Feuerwehr zu beschaffen. Und, dass dies auch mit Lottomitteln unterstützt wird. Für die Absicherung des dabei immer fälligen Eigenanteils, soll ein Antrag an die „Alternative 54“ geschrieben werden – dort spenden die Mitglieder der Linken immer wieder einen Großteil ihrer automatischen Diätenerhöhungen hinein. „Das, so denke ich, ist ein praktisches Beispiel zur Unterstützung Euerer wirklich verantwortungsvollen Arbeit, die Ihr hier leistet.“