16.11.2007 13:53 Uhr - Wohnhaus durch Gasexplosion zerstört - Gefell, Schleizer Straße
Geschrieben von Sandro Möckel   
Freitag, 16. November 2007

Gasexplosion Eine Gasexplosion in der Schleizer Straße hat ein Wohnhaus fast vollständig zerstört. Die Leiststelle Saalfeld gab um 13:53 Uhr Großalarm der Stufe III, da sich laut Erstmeldung noch eine Person im Gebäude befinden sollte und von einem Wohnhausbrand ausgegangen werden mußte. Die ebenfalls alarmierten Feuerwehren aus Bad Lobenstein und Hirschberg konnten nach Erkundung durch den Einsatzleiter KBM D. Wagner den Einsatz bereits auf der Anfahrt abbrechen. 

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Bericht in der Ostthüringer Zeitung am 17. November 2007 

Wie ein Bombeneinschlag

Vermutlich eine Gasexplosion zerstört Teil eines Mehrfamilienhauses in der Stadt Gefell

Von OTZ-Redakteur Uwe Lange Gefell. Erheblichen Schaden an einem Mehrfamilienhaus richtete gestern eine Explosion an, die sich gegen 14 Uhr in der Schleizer Straße von Gefell ereignete. In einer ersten Stellungnahme geht die Polizei Saalfeld davon aus, dass es um 13.48 Uhr offenbar zunächst zu einer Gasexplosion und anschließend zu einem Brand kam. Dabei erlitt der 49-jährige Wohnungsinhaber schwere Brandverletzungen und wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Klinikum nach Jena geflogen.

"Es hat einen Schlag getan, wie bei einer Bombenexplosion. Ich habe erst gedacht, dass ein Hubschrauber oder ein Flugzeug abgestürzt ist. Als ich zum Fenster schaute, sah ich nur eine Wolke voller Qualm, Staub und Dreck. Als ich das Fenster öffnete, sah ich das hier alles im Hof liegen. Und der Nachbar hat um Hilfe gerufen. . .", so hatte Norbert Flessa die Katastrophe im anderen Teil dieses Mehrfamilienhauses erlebt. Schnell stand er vor dem Gebäude, dort stieß er auf Teile der Fassade und des Daches von nebenan. Sicher noch unter dem Eindruck des Geschehens stehend berichtete er der Presse, dass er seinem Nachbarn, der allein in der Wohnung war, zur Hilfe eilte. "Im Wohnzimmer, dort wo die grüne Couch steht, war noch ein Sessel, der hat schon gebrannt. Den habe ich hinten runter geschmissen - ihn haben anderen Nachbarn wohl gelöscht. Und dann haben noch Teppiche gebrannt, auf die haben wir schnell Wasser geschüttet. Mein Sohn hat die Feuerwehr angerufen", so seine Erinnerungen.

Von Trümmern übersät war der kleine Vorplatz des Mehrfamilienhauses, welches durch den Durchgang im Haus Schleizer Straße Nummer 4 zu erreichen ist. Bedingt durch die teilweise fehlende Fassade, war der Blick in die Küche bzw. ins Wohnzimmer frei. Man sah Wände, die teilweise herausgerissen waren. Ebenso hatte das Dach durch die Kraft der Explosion schweren Schaden genommen. Zur genauen Höhe des Sachschadens konnte die Polizei in den gestrigen Nachmittagsstunden noch keine Angaben machen.

Das oben erwähnte Feuer hatten die Kameraden aus Gefell und Dobareuth schnell gelöscht. "Wir wurden über die Rettungsleitstelle zu einer Gasexplosion mit Wohnhausbrand gerufen. Vorgefunden haben wir zwei durch die Explosion herausgedrückte Wände und das zerstörte Dach. Teilweise hat es oben drin noch gebrannt. Auch außerhalb des Gebäudes mussten wir etliche Sachen ablöschen", berichtete Wehrleiter und Kreisbrandmeister Detlef Wagner, als sich die Situation etwas entspannt hatte. Vorher hatten die Kameraden den Wohnungsinhaber rausgeholt und zur Erstversorgung ans Team des DRK übergeben. Erwähnt werden soll an dieser Stelle noch, dass neben den Feuerwehren Gefell und Dobareuth auch die Kameraden aus Bad Lobenstein, Töpen und Hirschberg alarmiert wurden. Als der Umfang des Ereignisses bekannt war, schickte der Kreisbrandmeister Bad Lobenstein, Töpen und Hirschberg wieder nach Hause. Zum Einsatz kam nach seinen Worten aber ein Messwagen der FFw Hirschberg. Über diesen sollte abgeprüpft werden, dass nicht an anderer Stelle noch Gas austritt - um so "gefährliche Überraschungen" bei ersten Sicherungs- bzw. Aufräumarbeiten auszuschließen. Zusammen mit Kreisbrandinspektor Uwe Tiersch hatte der Gefeller Wehrleiter im Rahmen einer Lageerkundung auch überprüft, ob ein Gastank nahe der unbeschädigten Seite des Mehrfamilienhauses Schaden genommen hat.

Nach den Löscharbeiten galt es für die Feuerwehrmänner, sich mit vereinten Kräften durch den Schutt vor dem Haus zu arbeiten. Nur so konnte ausgeschlossen werden, dass zum Unglückszeitpunkt jemand vor dem Haus war und nun möglicherweise unter Balken und Ziegeln begraben liegt. Mit der nötigen Vorsicht ging man zu Werke. Als man dann sicher war, hier auf niemanden zu stoßen, erhielten die Kameraden Unterstützung von einem Radlader - der z.B. die Balken zur Seite schaffte.

Vertreter des Bauordnungsamtes nahmen das Haus - oder besser das, was die Exposion noch übrig gelassen hat - in Augenschein. Zur Ermittlung der genauen Explosionsursache nahmen Beamten der Kriminalpolizei die Ermittlungen vor Ort auf. Informationen über Ergebnisse liegen noch nicht vor. Erste Vermutungen der Polizei gehen in die Richtung, dass eine Propangasflasche explodiert sein könnte, die zum Heizen der Wohnung des Verletzten genutzt wurde.