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Donnerstag, 21. September 2017
Jahreshauptversammlung für das Jahr 2015 Drucken E-Mail
Geschrieben von Peter Hagen (OTZ)   
Montag, 11. Januar 2016

 Zur Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Gefell am Freitagabend wurde ein Blick auf die Aktivitäten des Jahres 2015 geworfen und auch harsche Kritik an der finanziellen ­Ausstattung der Kommunen in Thüringen geübt.

Aus der Sicht von Bürgermeister Marcel Zapf (VUB/CDU) handle die Landesregierung unglaubwürdig. Die angekündigte finanzielle Besserstellung der Kommunen sei nicht ­erkennbar. Im Gegenteil, es ­gebe künftig sogar weniger ­Zuweisungen pro Einwohner vom Land. „Ein unhaltbarer ­Zustand“, schimpfte Zapf, denn es drohe, dass selbst bei den Pflichtaufgaben Einschnitte vorgenommen werden müssen. Bislang sei es der Stadt Gefell gelungen, notwendige Ausgaben bei der Einsatztechnik und -kleidung zu tätigen, was letztlich im Interesse der Sicherheit jener Menschen ist, die nicht selten ihr Leben zur Rettung anderer riskieren. Dafür dankte Stadtbrandmeister Mark Militzer der Stadtverwaltung.

Zu 63 Einsätzen hatte die Gefeller Wehr im vorigen Jahr ausrücken müssen. „Dabei machten rund 75 Prozent technische Hilfeleistungen aus“, erklärte Wehrführer Michael Militzer die Einsatzstatistik. Es sei somit ein „durchschnittliches Einsatzjahr“ gewesen, das im Januar mit der Beseitigung umgestürzter Bäume sowie Hilfeleistungen nach Verkehrsunfällen auf glatten Straßen begonnen hatte. Just in einen Truppführerlehrgang platzte die Alarmierung aufgrund einer Mega-Ölspur, die sich entlang der B 90 bis auf die Autobahn zog. Mit 14 Alarmierungen war der Juli einsatzstärkster Monat gewesen.

Speziell am Wochenende, als das Park- und Rosenfest in Gefell gefeiert worden ist, mussten die Feuerwehrleute ihre Flexibilität unter Beweis stellen. Denn einerseits waren sie als Helfer der Veranstaltungen aktiv, andererseits mussten sie ausrücken zu einem medizinischen Notfall sowie einem größeren Unfall auf der Autobahn, bei dem es allein elf Verletzte gab. „Bei diesem Unfall wurde deutlich, wie schnell Kapazitätsgrenzen erreicht werden können“, verwies Militzer auf die Aufnahmefähigkeit der umliegenden Krankenhäuser.

Zu den ungewöhnlicheren und sprichwörtlich schwereren Aufgaben gehörte ein Hilfeleistung im Juli. Aus einem Mehrfamilienhaus musste ein 250 Kilogramm schwerer Patient geholt werden, der nicht durchs Treppenhaus passte. Selbst mit der aus Bad Lobenstein gerufenen Drehleiter kamen die Retter nicht weiter. Denn schon beim leichten Anheben des Patienten löste die Überlast-Warneinrichtung der Drehleiter aus. Schließlich kam ein Frontlader der ­Agrargenossenschaft Ullersreuth zum Einsatz, mit dem der Patient doch noch zum bereitstehenden Schwerlast-Rettungswagen der BRK Hof gebracht werden konnte.

Brandeinsätze gab es 2015 unterdessen auch. Die Feuer auf einem Feld, an einer Böschung der Autobahn und an einem Mähdrescher waren jeweils schnell gelöscht, ebenso der Holzstapelbrand im Ullersreuther Sägewerk sowie ein Wohnungsbrand in Blintendorf. Mit der Hilfeleistung bei zwei Verkehrsunfällen am Silvesterabend klang das Jahr aus, in dem die Wehr auf insgesamt 1500 Einsatzstunden nach Alarmierungen kam.

Das alte Spritzenhaus in der Stadt ist die größte Baustelle, mit der sich die Mitglieder des Feuerwehr-Vereins beschäftigen. Im vorigen Jahr wurden hier 700 Arbeitsstunden geleistet, berichtete Vereinsvorsitzender Sandro Möckel. Es wurde einiges weggerissen und entkernt, neues Mauerwerk wieder hochgezogen und der hölzerne Trockenturm gereinigt. „Jetzt ist das Gebäude soweit gesichert“, schätzte Sandro Möckel ein.

Ziel ist es, bis Ende dieses Jahres die äußere Fertigstellung für das historische Spritzenhaus zu erreichen. „Ich freue mich auf die Gestaltung eines neuen schönen Fleckchens in unserer Stadt Gefell“, würdigte Bürgermeister Zapf die Aktivitäten des Feuerwehr-Vereins, der zudem im vorigen Jahr Veranstaltungen wie das traditionelle Maibaumstellen und gemeinsam mit dem Feuerwehr-Verein Gebersreuth ein Skatturnier durchführte sowie aktiv mitwirkte beim Park- und Rosenfest.

Kurz angesprochen wurde zur Jahreshauptversammlung auch die Einführung des Digitalfunks, mit dem Kreisbrandinspektor Uwe Thiersch nicht vor 2017 rechnet. Da im benachbarten Bayern die Umrüstung bereits im Gange ist, werden durchaus Kommunikationsprobleme bei grenzübergreifenden Ereignissen befürchtet.

 
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