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Sonntag, 12. Juli 2020
Umbau LF zum HLF Drucken E-Mail
Geschrieben von Michael Militzer   
Freitag, 29. Mai 2020

 Zwei Herausforderungen beschäftigen die Feuerwehren in letzter Zeit zunehmend. Zum einen sind es die extremen Wetterereignisse mit Starkregen, Stürmen und Trockenheit.

Zum anderen sind es die wenigen Kameraden, die vor allem tagsüber in reduzierter Stärke unterschiedlichste Aufgaben erfüllen müssen. Um auf diese Herausforderungen besser vorbereitet zu sein, ist es erforderlich Mannschaft und Technik optimal einzusetzen.

Großes Verbesserungspotential lag hier in der Beladung und taktischen Ausrichtung der Feuerwehrfahrzeuge. Aus diesem Grund machte sich die Wehrführung schon im Jahr 2019 Gedanken wie man sich hier besser aufstellen könnte. Dazu wurde ein detailliertes Umbaukonzept erarbeitet.

Grundgedanke des Konzeptes war die Umrüstung des Löschgruppenfahrzeuges (LF 10/6) zu einem Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 10/6). Bei diesem Umbau war es zunächst erforderlich, die einzelnen Geräte aller Fahrzeuge aufzulisten und zu prüfen, welche Geräte auf den Fahrzeugen zwingend erforderlich sind. Eine besondere Größe ist hierbei das Gewicht. Denn die Gesamtlast der Fahrzeuge darf bei der Beladung nicht überschritten werden. So wurden sämtliche Fahrzeuge und ihre einzelnen Bestandteile natürlich auch gewogen..

Als ein Ergebniss der Beladungsanalyse wurde festgestellt, dass die auf dem LF 10/6 verlastete Tragkraftspritze (TS) vom Typ Rosenbauer Fox III einen neuen Beladeort benötigt und vom Fahrzeug entfernt werden muss. Das ist nicht nur aus Platz und Gewichtsgründen sinnvoll, sondern bringt auch zahlreiche einsatztaktische Vorteile. Eine gute Lösungsmöglichkeit bietet in solchen Fällen ein Tragkraftspritzenanhänger (TSA). Diese Anhänger waren bis in die 90er Jahre beliebte Transportmittel zur Beförderung von Feuerlöschpumpen und wurden auch für diesen Fall als passende Alternative eingeschätzt. So entschied man sich einen vorhanden Anhänger zusätzlich als TSA neu aufzubauen. Der Um-/Aufbau erfolgte in Eigenleistung durch die Kameraden. Das Material dafür wurde von ortsansässigen Firmen gespendet. Insgesamt wurden für den Umbau rund 70 Arbeitsstunden benötigt.

Nach Entfernen der Tragkraftspritze und einigem Zubehör aus dem LF, konnte der vorhandene Platz neu geplant werden. Darüber hinaus bekam der Geräteraum des Fahrzeuges ein erweitertes Aluminium-Skelett, das für zusätzlichen Stauraum sorgte. Mithilfe von Transportkisten und Montageschienen konnten so weitere erforderliche Geräte, meist für die technische Hilfeleistung auf dem Fahrzeug verlastet werden.

Ein besonderes Highlight ist dabei der neu gestaltete Rettungsschlitten. Dieser ist mit dem, letztes Jahr neu beschafften, hydraulischen Rettungssatz bestückt und bietet noch Platz für einiges Zubehör.

Der Rettungsschlitten kann über den pneumatischen Lift, der ursprünglich für die TS verwendet wurde, auf eine optimale Arbeitshöhe gebracht werden. So ist er innerhalb weniger Sekunden einsatzbereit und kann zur Rettung eingeklemmter Personen zum Einsatz kommen.

Stück für Stück erfolgte so der Umbau des LF zum HLF. Insgesamt erbrachten die Kameraden hier rund 220 Stunden an Eigenleistung. Das Fahrzeug ist nun so ausgerüstet, dass es für unterschiedlichste Einsatzszenarien entsprechende Geräte bereitstellt.

So kann mit wenigen Kameraden maximale Technik eingesetzt werden. Damit ist die Feuerwehr Gefell zum Beispiel für die Wochentage von 6-18:00 Uhr besser gerüstet, in denen nur wenige Einsatzkräfte verfügbar sind. Auch in der aktuellen Corona-Krisenlage ist das eine Präventivmaßnahme. Sollte es zu höheren Infektionszahlen in der Bevölkerung, aber auch unter den Einsatzkräften kommen, können auch wenige Kameraden hier unterschiedlichste Aufgaben erfüllen.

Im Zuge der Umbaumaßnahmen konnten auch die anderen Fahrzeuge der Feuerwehr Gefell etwas entlastet und neu bestückt werden. So wurde aus dem Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) ein Spezialfahrzeug, das neben Bränden nun auch noch besser für extreme Wetterereignisse eingesetzt werden kann. Hier fanden zum Beispiel unterschiedliche Schmutzwasserpumpen für Überschwemmungen Platz.

Aber nicht nur für zu viel Wasser stellt der TLF Geräte zur Verfügung, sondern auch für große Trockenheit. Im Laufe der Jahre ist die Gefahr von Waldbränden weiter gestiegen. Nach dem großen Waldbrand am Heinrichstein, im vergangenen Jahr, wird das Thema nun mit höherer Priorität behandelt. So konnten auch der TLF für zusätzliches Geräte zur Abwehr von Vegetationsbränden vorbereitet werden.

Auch hier erfolgte der Umbau für die zusätzlichen Geräte wieder in rund 25 Stunden Eigenleistung durch die Kameraden. Durch die Eigenleistung von insgesamt 315 Stunden konnten der Stadt Kosten von rund 15.000€ eingespart werden. Dazu kommen noch ca. 1000€ für Material, dass durch Spenden eingespart werden konnte. Die Wehrführung bedankt sich bei den Spendern und vor allem auch den Kameraden für den Umbau und freut sich durch die neu strukturierte Technik, den Bürgern der Gemeinde, noch effektiver helfen zu können.

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