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Freitag, 21. September 2018
Stadtbrandmeister platzt der Kragen Drucken E-Mail
Geschrieben von Peter Hagen (OTZ)   
Montag, 8. Januar 2018
Am Ende der Veranstaltung platzte dem Gefeller Stadtbrandmeister Mark Militzer der Kragen. Als zur Jahreshauptversammlung der städtischen Feuerwehr viel über eine bessere Würdigung des Ehrenamtes und die drohende Schließung der Rettungsleitstelle in Saalfeld gesprochen worden war, doch vom Kreisbrandinspektor bis zum Landtagsmitglied nur die eigene Machtlosigkeit zur Schau gestellt wurde, konnte der Stadtbrandmeister nicht länger an sich halten. „Die etwas bewegen müssten meinen, sie könnten es nicht“, wunderte sich Militzer, „vielleicht sollten die freiwilligen Feuerwehren ihre Funkmeldeempfänger in einen Karton packen und zum Landtag schaffen. Wenn Thüringen eine Woche ohne freiwillige Feuerwehren ist, bewegt sich die Politik vielleicht mal.“

Entscheidung wird dieses Jahr erwartet

Kreisbrandinspektor Uwe Thiersch hatte darüber informiert, dass rund zwei Millionen Euro investiert werden müssten, um die Leitstelle in Saalfeld auf den Stand der Norm zu bringen. „Da reden wir noch nicht von der Integration des Digitalfunks“, so Thiersch. Der Saale-Orla-Kreis habe ein externes Gutachten in Auftrag gegeben mit dem Ergebnis, dass die Leitstelle in Saalfeld nicht auf Dauer zu halten sein werde. „Ich rechne damit, dass dieses Jahr eine Entscheidung fällt“, sagte der Kreisbrandinspektor.

„Am Ende entscheidet der Kreistag, ob wir bei der Zweckvereinbarung mit dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt zum Betrieb der gemeinsamen Leitstelle bleiben“, erklärte Landtagsmitglied Stefan Gruhner (CDU) und verwies aber auf den finanziellen Aspekt. „Da sind wir nicht ganz frei in der Entscheidung.“ Es käme darauf an, wie die Förderung durch das Land aussieht. Letztlich sei wichtig, dass der Disponent in der Leitstelle über Ortskenntnisse verfügt. Weniger wichtig sei, wo er seinen Sitz hat, so Gruhner.

Die Bedeutung des Ehrenamtes hatte Stadtbrandmeister Mark Militzer, zurzeit auch Leiter der Stützpunktfeuerwehr Süd, zum zentralen Thema seiner Ausführungen gemacht. Das Ehrenamt werde nicht von Menschen ausgeübt, die im Leben nicht genug gefordert oder im Beruf nicht ausgelastet seien. Ganz im Gegenteil. „Die Menschen, die ohnehin schon viel zu tun haben, erfüllen in der Regel auch noch das Ehrenamt“, so Militzers Feststellung. Weil dem Ehrenamt aber das Personal ausgehe, brauche es neue Überlegungen. Als eine Anregung wurde zur Diskussion gestellt, je nach Dienstzeit bei den freiwilligen Feuerwehren einen etwas früheren Renteneintritt zu ermöglichen.

Eindeutig bekannte sich der Stadtbrandmeister zur Rettungsleitstelle Saalfeld. „Wir haben eine super Leitstelle in unserem Bereich“, betonte er. Gerade bei großen Einsatzlagen sei es unverantwortlich, durch eine weitere Reduzierung der Leitstellen noch großflächigere Betreuungsgebiete zu schaffen. „Man sollte sich mal wieder aufs Wesentliche konzentrieren“, mahnte Mark Militzer an, dass nicht ständig nur das Geld, sondern vielmehr der Mensch im Mittelpunkt stehen müsse. „Die Feuerwehrleute riskieren im Ehrenamt Leib und Leben, das muss mehr gewürdigt werden“, pflichtete Gefells Bürgermeister Marcel Zapf (VUB) den Forderungen an die Politik bei.

 
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