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Sonntag, 30. April 2017
Pfarrerehepaar nimmt Abschied von Gefell Drucken E-Mail
Geschrieben von Peter Cissek / OTZ   
Donnerstag, 8. Oktober 2015

 Das Pfarrerehepaar Anne- ­Katrin und Wolfram Kummer nimmt nach 16 Jahren schweren Herzens Abschied von ­Gefell. Die 51-Jährige wird Pfarrerin in Waltershausen, wo ihr Mann seit Jahresbeginn als Superintendent tätig ist.

Der Wohnzimmertisch ist prall gefüllt mit Blumen und Geschenken, die das evangelisch-lutherische Pfarrerpaar bei seiner Verabschiedung am Sonntagnachmittag in einem Gottesdienst mit über 500 Besuchern erhielt. Insgesamt 18 Grußworte wurden gehalten. 

Denn die Kummers waren nicht nur sehr beliebt in der Region, sondern hatten auch Maßstäbe gesetzt. Sie teilten sich seit 16 Jahren in die Arbeit im Pfarramtsbereich Gefell, zu dem auch Göttengrün, Dobareuth, Venzka, Mödlareuth-Nord gehören. Anne-Katrin Kummer war ferner für die selbstständige Kirchgemeinde Blintendorf zuständig und übernahm vor zehn Jahren auch das Pfarramt Seubtendorf mit Langgrün und Künsdorf. Wolfram Kummer hatte eine halbe Stelle in Gefell. Seit 2007 leitete er auch das Pfarramt Hirschberg und war stellvertretender Superintendent im Landkreis. Anne-Katrin Kummer war darüber hinaus Beauftragte für die Frauenarbeit im Oberland, Diakoniepastorin im Michaelisstift, Familienseelsorgerin und Religionslehrerin für über 300 Kinder in all den Jahren. In den Konfirmationsunterricht teilte sich das Pfarrerpaar, unternahm die Fahrten und Rüstzeiten aber gemeinsam.
 
„In Gefell ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung evangelisch, auf den Dörfern ist der Anteil der Gläubigen noch höher“, freute sich das Paar über den guten Stand der Kirche im Oberland. So zählt das Pfarramt ­Gefell 1400 Gemeindeglieder, Hirschberg 400 weitere. Froh ist das Paar auch darüber, dass es fast 250 Taufen feiern konnte. Anne-Katrin Kummer erklärte den Schülern im Ethikunterricht, was in einer Kirche geschieht und führte sie vom Erdgeschoss bis zu den Glocken. Im Projekt „Orgelmaus“ wurde den Kindern der Aufbau und die Funktion einer Orgel erläutert. Die Kummers waren mit dem öffentlichen Leben in Gefell wie ein Getriebe verzahnt und erlebten eine große Wertschätzung.
 
Wolfram Kummer war über zehn Jahre Stadtratsmitglied, aber auch für die Vorhaben der Vereine sehr aufgeschlossen. Er hat mit dem „Feuerengel“ das Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr geweiht, das auch auf der Autobahn zum Einsatz kommt. Unvergessen sind ferner die Gottesdienste im Park und im Freibad. Er hat zudem beim Traktortreffen des örtlichen Traktorclubs von der Radladerschaufel gepredigt und seit 2006 gemeinsam mit dem SV Fortuna Gefell den Konfi-Cup, das Fußballturnier der Konfirmanden aus dem Oberland, veranstaltet. „Es war ein wunderbares Mit­einander“, schwärmt er über die vergangenen Jahre.
 
Zu seinem 50. Geburtstag vor drei Jahren, als es im Gefeller Buschfunk bereits die Runde machte, dass die Kummers einen neuen Einsatzort bekommen könnten, schenkten ihm die Gefeller eine Bank für das Pfarrhausgrundstück. „Ihr gehört hierher“, steht auf einem Schild. Mitglieder der Findungskommission der evangelisch-lutherischen Kirche luden Wolfram Kummer zu einem Vorstellungsgespräch ein und baten ihn, sich für die Stelle des Superintendenten in Waltershausen zu bewerben. Seit 1. Januar 2015 bekleidet er dieses Amt und lebte die vergangenen Monate wie ein Student in einer kleinen Kammer. Während der ältere Sohn studiert, geht der jüngere seit dem neuen Schuljahr bereits in Gotha zur Schule. Nun ist die Wohnung im Pfarramt Waltershausen renoviert. Jetzt wird es Zeit für die Familienzusammenführung. Anne-Katrin Kummer wird Pfarrerin in der Stadt Waltershausen. Ihr Mann hat eine Drei-Viertel-Stelle als Superintendent, ist ferner zu 25 Prozent Gemeindepfarrer. Das Besondere an der Konstellation ist: Beide Ehepartner sind sich in Teilbereichen gegenseitig Chef.
 
Neuer Pfarrer in Gefell wird ab Frühjahr 2016 Toralf Hopf aus Triptis. Bis dahin werden die Pfarrer Andreas Göppel und ­Gero Erber aus Tanna und Unterkoskau die Vakanzvertretung übernehmen. Die Kummers gehen schweren Herzens. Denn sie werden ihre Mitmenschen vermissen. Gern denken sie an das Engagement der Ehrenamtlichen zurück, die nicht nur den Besuchsdienst für die monatlich über 40 Jubilare hohen Alters übernahmen und ihre Eigenleistung bei der Generalsanierung der Gotteshäuser erbrachten wie 2012/2013 in Gefell. Das Ehepaar ist nun am Packen der Umzugskartons. Wer jemals aus einem Eigenheim in eine Stadtwohnung gezogen ist, weiß, wie es ihnen jetzt geht.
 
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