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Dienstag, 17. Oktober 2017
Gefell bekommt Führungsstab für Großschadenslagen Drucken E-Mail
Geschrieben von Uwe Lange / OTZ   
Dienstag, 31. Januar 2012

 Zuletzt in der Nacht zum 5. September 2011 war durch starken Regen entlang des Erlichbaches in Gefell wieder Land unter. Die Feuerwehr musste ran, hatte die Lage aber bis zum Morgen wieder im Griff. Diesmal wurde es nicht schlimmer, aber man kann ja nie wissen.

Mit dem Aufbau des Führungsstabes will man in der Einheitsgemeinde auf sogenannte Großschadenslagen jeglicher Art besser vorbereitet sein.

Eine erste Schulung von Mitarbeitern der Verwaltung, Stadträten und Feuerwehrmännern zum koordinierten Verhalten bei Waldbränden, Verkehrsunfällen oder gar Naturkatastrophen hat bereits stattgefunden. Ziel ist eine Übung noch in diesem Jahr.

Gefell. Für die Einheitsgemeinde wird gegenwärtig ein Führungsstab aufgebaut. Er soll im Fall einer Großschadenslage (kann regional sein: Waldbrand, Verkehrsunfall oder Naturkatastrophe) die Erfüllung der anstehenden Aufgaben schnell und möglichst effektiv koordinieren. Außerdem soll er Bürgermeister Marcel Zapf (VUB) als Gesamteinsatzleiter unterstützen.

In einer ersten Ausbildung dazu Anfang November 2011 wurde das Team dem Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Stadträte und Feuerwehrmänner angehören zunächst u.a. mit grundsätzlichen Abläufen, Strukturen und Verantwortlichkeiten vertraut gemacht. Sie erhielten Informationen über die Zusammenarbeit mit Technischem Hilfswerk (THW,) Polizei, Behörden und Rettungsdiensten sowie zur Unterstützungsgruppe der örtlichen Einsatzleitung. "In diesem Jahr gibt es spezifische Schulungen für jedes Sachgebiet mit dem Ziel, das Zusammenspiel im Rahmen einer Übung zu trainieren", blickt Stadtbrandmeister Mark Militzer voraus.

Es waren die Pfingsttage 2007, als Gefell Schauplatz eines solchen Großereignisses wurde als der Erlichbach eine Schneise der Verwüstung quer durch die Stadt zog. An vielen Fronten musste damals gleichzeitig gekämpft werden, nicht alles lief unter diesen Umständen glatt. Damit künftig bei Ereignissen ähnlicher Art jeder weiß wo sein Platz ist, erarbeitete man bei der Feuerwehr unter Mitwirkung der Stadträte Ingrid Walter (CDU) und Jürgen Hörl (FWG/IG) ein auf Gefell bzw. die Einheitsgemeinde zugeschnittenes Papier zur "Führungsorganisation bei Großschadenslagen". Inhaltlich wird das Dokument einerseits bestimmt durch die Feuerwehr-Dienstvorschrift 100 "Führung und Leitung im Einsatz". Weiterer wichtiger Fundus waren aber die Erfahrungen derer, die vor fast fünf Jahren zuerst dem Wasser, dann Schlamm und Geröll Paroli bieten mussten.

Bereits mehrere Naturereignisse seither die zwar alle die Intensität des Pfingsthochwassers nicht erreichten rechtfertigten die Notwendigkeit, vorbereitet zu sein und solch eine Planung zumindest in der Schublade zu haben. Rückblende: In der Nacht zum 5. September 2011 fielen in Gefell in kurzer Zeit 35 Liter Regen auf dem Quadratmeter. "Der Bereich Reuther Straße, Bachstraße und Bergstraße war zum Teil wieder heftig überflutet", erinnerte sich Bürgermeister Marcel Zapf. Zum Glück bekam die Feuerwehr die Lage aber bis zum Morgen wieder in den Griff.

Gesetzt den Fall, so eine Überflutung würde wieder extreme Ausmaße annehmen, läge es in der Verantwortung des Bürgermeisters als Einsatzleiter, den Führungsstab zu aktivieren. Agieren würde der im Ernstfall vom Feuerwehrgerätehaus aus. Wo bis spätestens zur erwähnten Übung auch die materiellen Voraussetzungen dafür geschaffen sein sollen.

Sechs Sachgebiete gibt es in dem vom Stadtrat beschlossenen Papier. Zugeordnet sind die Namen derer, die nun hoffentlich aber ohne Ernstfall in diese Aufgaben hineinwachsen sollen. Diese könnten vielfältiger nicht sein. Der Bogen spannt sich hier z.B. von der Organisation von Unterkünften, über die Arbeit mit den Medien und die seelsorgerische Betreuung Geschädigter, bis hin zum Heranführen von Baumaschinen oder auch die Verpflegung der Feuerwehrmänner.

Uwe Lange / 30.01.12 / OTZ

 
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