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Montag, 11. Dezember 2017
Begeisterung beim Ruf „Wasser marsch“ im Michaelisstift in Gefell Drucken E-Mail
Geschrieben von Renate Klein / OTZ   
Freitag, 20. Mai 2016

Die Freiwillige Feuerwehr Gefell besuchte mit acht Mitgliedern und drei Einsatzfahrzeugen das Michaelisstift in der Stadt. Die Bewohner stellten viele Fragen lernten die Ausrüstung kennen und gingen auf Rundfahrt.

Große Freude herrschte am späten Nachmittag des vergangenen Mittwoch in einem Gemeinschaftsraum des Michaelistiftes Gefell, als Michael Militzer – Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr in Gefell – schwer bepackt zur Tür herein kam.

Manche der Bewohner der Einrichtung kannten den ­„Micha“ natürlich. „Wir haben heute die Feuerwehr bestellt, um unsere Bewohner zu sensibilisieren für das, was Feuerwehrleute tun“, sagte Betreuer Marek Ruß, der für die Aktion verantwortlich zeichnete.

Man wolle damit auch Ängste vor Sirene und Blaulicht abbauen, erklärte er und dafür sorgen, dass ein nötiger Feuerwehreinsatz keine Panik hervorruft. 84 Menschen aller Altersgruppen von 18 bis 91 Jahren mit unterschiedlichen Behinderungen leben derzeit im Stift, erfuhr man von Andreas Berg, dem Leiter der Einrichtung.

Michael Militzer zeigte auf einer Videowand Fotos aus der Tätigkeit der Gefeller Feuerwehr. Ein aufgewecktes Publikum folgte aufmerksam seinen Ausführungen. Es bewies Interesse für alles und stellte viele Fragen. Junge Frauen und Männer machten deutlich, dass sie durchaus wissen, wo die Feuerwehr gebraucht wird, nicht nur bei Bränden, sondern auch bei Hochwasser, Unfällen und vielem mehr.

Wie sehr sich die Heimbewohner damit beschäftigt hatten, zeigte die Frage: Warum hat nicht jede Feuerwehr eine Drehleiter? Einem Video von Feuerwehreinsätzen war zu entnehmen, wie schwer die Arbeit der Männer und auch Frauen in den Schutzanzügen oft ist, und zog Staunen sowie Anerkennung der Menschen im Raum nach sich.

Den größten Spaß hatte man, als Bernd Friedrich – einer der Bewohner vom Stift – einen Schutzanzug der Feuerwehr­leute anprobieren durfte. Den begeisterten Ausrufen und dem Lachen nach zu urteilen, war das ein Supergaudi.

Danach traf man sich im Gelände der Einrichtung, die aus verschiedenen Häusern besteht. Drei heranfahrende Feuerwehrautos wurden euphorisch begrüßt.

Geduldig zeigten junge Mitglieder der Gefeller Feuerwehr, was sich alles wohlgeordnet in den Autos verschiedener Art verbirgt. Man durfte auch mal ein schweres Gerät anfassen oder zuschauen, wie ein Verletzter versorgt wird.

Aus dem Führungskraftwagen wurden Funktions-Westen mit verschiedenen Aufschriften heraus befördert und anprobiert. Strahlende Augen gab es bei den Bewohnern des Stifts, die sich als Einsatzleiter fühlen durften oder einen anderen wichtigen Schriftzug auf der Weste präsentierten.

Fast jeder wollte mal den schweren Schlauch in der Hand halten, mit Unterstützung den Verschluss lösen und dann mit den Worten „Wasser marsch“ einen kräftigen Wasserstrahl ins Gelände schicken. Das war ohne Zweifel etwas Besonderes, das jeder kleine Junge am Rande des Geschehens auch gern mal probiert hätte. Es wurde eng in den Autos, als die Feuerwehrmänner zur Rundfahrt durch das Städtchen einluden. Am Ende trafen sich die Bewohner des Stifts und die Besatzung der Einsatzwagen im Freigelände am Rostbratwurststand. Man ging sehr freundschaftlich miteinander um. Da war kein Fremdeln zu spüren. „Wir kennen die Leute hier schon und haben ein gutes Verhältnis zu ihnen“, sagte Stadtbrandmeister Mark Militzer. So währte auch die Freude an der Begegnung noch in dem weiträumigen Freigelände nach. Die Dankbarkeit für das besondere Erlebnis an diesem (dann) Abend war deutlich spürbar.

Zum Artikel mit Bildergalerie bei der Ostthüringer Zeitung..

Renate Klein / 20.05.16 / OTZ

 
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