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Dienstag, 17. Oktober 2017
25 Jahre Mauerfall in Mödlareuth Drucken E-Mail
Geschrieben von Sandro Möckel   
Dienstag, 9. Dezember 2014

 Am 09. Dezember 1989 fiel im Gefeller Ortsteil Mödlareuth die Mauer, welche den Ort über viele Jahre teilte und ihn damit zu "Little Berlin" machte.

An die 300 Teilnehmer begannen dieses geschichtsträchtige Jubiläum mit einer Sternwanderung - darunter auch eine Klasse Gymnasiasten aus unserer Partnergemeinde Gerlingen.

Die Kameraden aus Gefell und Dobareuth sicherten zu erst die Märsche aus Richtung Juchhöh und Gebersreuth ab und hatten anschließende ein wachsames Auge auf die vielen Fackeln der Teilnehmer während der verschiedenen Ansprachen.

Zu den Bildern des Sternwanderung...


Erinnerungen und Gedenken im Fackelschein in Mödlareuth

Was der 9. November 1989 für Berlin, ist der 9. Dezember 1989 für "Klein-Berlin": an diesem Tag gab die Mauer in Mödlareuth dem Druck des Volkes nach. Eine Gedenkveranstaltung erinnert 25 Jahre später.

Mödlareuth. Um die 300 Teilnehmer trafen im Fackelschein mit einer Sternwanderung ein, als Dienstagabend an der geschichtsträchtigen Ortsmitte von Mödlareuth noch einmal die Bilder glückseliger Menschen in Erinnerung gerufen worden sind.

"Es war ein besonderer Moment, als die Bagger anrückten", beschrieb der Hofer Landrat Oliver Bär (CSU) seine Gefühle, die er persönlich empfand, als er am 9. Dezember 1989 mit eigenen Augen sah, wie die Menschen in Mödlareuth wieder zueinander fanden. "Wir erleben jetzt in besonderer Weise, dass wir die Region der Einheit sind", meinte Bär unter Verweis darauf, dass auch die Region Hof "unter der Mauer besonders gelitten" habe und "deren Fall daher auch besonders gefeiert" werde. "Es waren letztlich die Kirchen, in denen der Aufbruch begann", erinnerte der Landrat, "dort haben die Menschen den Ort gefunden, an dem sie sich zusammen für einen neuen Weg entschieden haben und diesen auch unaufhaltsam gegangen sind."

Von thüringischer Seite äußerte Jürgen Hauck, 1. Beigeordneter des Landrats im Saale-Orla-Kreis, dass er sich gewünscht hätte, diese Stimmung von vor 25 Jahren "eine Zeit lang mitzunehmen". In Anspielung auf die jüngste Wahl eines linken Ministerpräsidenten in Thüringen hinterfragte Hauck, "wie es sein kann, dass so viele das alles, was war, so schnell vergessen können". Hauck mahnte, dass "die Unmenschlichkeit des Grenzregimes und die Opfer nie vergessen" werden dürften.

Auch Pastorin Anne-Katrin Kummer sieht in der DDR-Vergangenheit "gerade jetzt ein großes Thema, wenn sich die neue Landesregierung in Thüringen an die Arbeit macht". Sie persönlich könne "gar nicht genug Mauerfall feiern", denn ihre Familie habe Berufsverbote erlebt, die Geschwister seien im Gefängnis gewesen und sie selbst noch am 7. Oktober 1989 in Polizeigewahrsam. Mut, Kraft und Leidenschaft habe vor 25"Jahren die Menschen auf die Straßen getrieben.

"Wir sind Privilegierte, weil wir es miterleben durften, und geben es nun an nachfolgende Generationen weiter", sagte Gerhard Schneider, seit 1982 Pfarrer in der Kirchgemeinde Töpen. Atemlose Freude und eine friedvolle Zeit habe er empfunden, als im Herbst 1989 die Flüchtlingszüge in Hof eintrafen, in Städten wie Leipzig und Plauen große Demonstrationen stattfanden und schließlich die Mauer immer mehr Löcher bekam. "Der Aufbruch darf nicht stecken bleiben", wünschte sich der Pfarrer, "nicht in einer überholten Parteiherrschaft, aber auch nicht in einem mit vielen Kehrseiten verbundenen Streben nach Wohlstand." Der Aufbruch müsse "in die Kirchen führen, denn ging er nicht von dort auch aus?".

Über 400 Kilometer waren Gymnasiasten aus Gerlingen bei Stuttgart angereist, um an der Gedenkveranstaltung teilzunehmen. Die Elftklässler befassen sich in einem Fachkurs mit dem Thema "25 Jahre Mauerfall", zu dem es im heimatlichen Stadtmuseum auch eine Ausstellung gibt. "Durch diesen Kurs habe ich erstmals von Mödlareuth erfahren", sagte die 17-jährige Maren Lawatsch gegenüber OTZ, "meine ersten Gedanken waren, wie das sein kann, dass Familien und Freunde plötzlich von einem Tag auf den anderen getrennt sind."

OTZ / 11.12.2014 / Peter Hagen

Zu den Bildern des Deutsch-Deutschen Museums...

 
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