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Zu einem Großbrand kam es in der Nacht vom Samstag zum Sonntag. In Tanna brannte eine mit Stroh gefüllte Lagerhalle. Bereits beim Eintreffen der ersten Kräfte stand die Halle im Vollbrand.
Die Kameraden aus Gefell bauten eine von drei B-Leitungen zur Wasserversorgung auf und unterstützten die Wehren aus Tanna, Hirschberg, Schleiz und Bad Lobenstein bei der Brandbekämpfung.
TLF 16/25 der FF Gefell bei der Anfahrt: Zu den Bildern...

Strohlager steht in Flammen Tanna: Mindestens 60 Kameraden im Einsatz - Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen Von OTZ-Redakteur Uwe Lange Tanna. Schon aus der Ferne sichtbar, markierte noch am gestrigen Vormittag dichter weißer Rauch das Areal in Tanna, auf dem in der Nacht zum Sonntag mindestens 60 Kameraden von mehreren Feuerwehren gegen einen Großbrand kämpften. Wie die Polizei Saalfeld informierte, stand am Sonnabend gegen 23.40 Uhr eine bis unters Dach mit Stroh gefüllte, etwa 70 Meter lange Lagerhalle an der Bahnhofstraße lichterloh in Flammen. Der Brandschaden wurde mit zirka 180 000 Euro angegeben, davon entfallen rund 30 000 Euro aufs Gebäude. Wie OTZ weiter erfuhr, kann Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden. Die Kriminalpolizei hat vor Ort die Ermittlungen zur Ursache des Feuers aufgenommen. "Um 23.45 Uhr wurden wir alarmiert. Als wir hier eintrafen, hat die Halle schon fast in voller Ausdehnung gebrannt", berichtete Andreas Woydt, Wehrführer von Tanna und Einsatzleiter an der Brandstelle. Parallel zu Tanna hatte die Leitstelle auch für Gefell Feueralarm ausgelöst. Als nach einer Lageerkundung das ungefähre Ausmaß dieses Brandes feststand, wurden Hirschberg, Schleiz (mit Drehleiter) und Bad Lobenstein (mit Drehleiter) nachalarmiert. "Das Problem war, dass wir vor Ort nur Hydranten hatten, über die Löschwasser bezogen werden konnte. Wir mussten dann das Wasser über lange Wegstrecke aus den Leitenteichen hier heranholen. Zirka 500 Meter Schlauchstrecke, das ist schon eine ganz schöne Länge. . .", so der Einsatzleiter. Mehrere solcher Schlauchstrecken wurden in dieser Nacht gezogen, weil viele Fahrzeuge mit Wasser versorgt werden mussten. Von den beiden Drehleitern aus - durch die bereits zerstörten Fenster im oberen Bereich der Halle - wurde die Brandbekämpfung schwerpunktmäßig nur im Außenangriff aufgenommen. "Wir konnten zu diesem Zeitpunkt keine Leute mehr in die Halle schicken - einfach zu gefährlich", erinnerte sich der Wehrführer. Als Glück bezeichnete er es, dass in der Nacht zum Sonntag kein Wind aufkam - also der Qualm relativ senkrecht in die Höhe abziehen konnte. Auch blieb die Hitze der Schule in unmittelbarer Nachbarschaft fern. Eine ungefähre Vorstellung vom Ausmaß dieses Brandes liefert vielleicht folgender Fakt: Um das Feuer in den Griff zu bekommen, wurde die komplette durch das Landratsamt in Schleiz vorgehaltene Kreisreserve an Löschschaum in Tanna eingesetzt. Im Zusammenwirken mit der Nikolaus Schmidt AG Rothenacker wurde dann bei Tageslicht die Bergung des z.T. noch immer brennenden Strohs organisiert. Selbiges brachte man auf ein Feld vor die Stadt, wo es kontrolliert abbrennen soll. Rund um die Uhr wurde mit Hochdruck gearbeitet. Bei der großen Strohmenge kann man aber davon ausgehen, dass die Bergung des Strohs noch einige Zeit andauern wird. "Wir konnten zu diesem Zeitpunkt keine Leute mehr in die Halle schicken." Andreas Woydt Ostthüringer Zeitung vom 22.09.2008

Aufgaben wieder erfüllt Von Uwe Lange Auf rund 180 000 Euro beläuft sich nach Polizeiangaben der Sachschaden bei dem Brand in Tanna. Menschen kamen nicht zu Schaden - welch ein Glück! Trotzdem ist die Geschichte aber nicht ohne. Da ist das Stroh, was nur noch zum kontrollierten Abbrennen taugt. Von der Menge her dürfte das sicher nicht nur der Vorrat für einen Winter gewesen sein. Da sind aber auch die mindestens 60 Feuerwehrleute, die in jener Nacht mit großem Einsatz das flammende Inferno bändigten und Schlimmeres verhinderten. Alles Freiwillige, deren freies Wochenende sich extrem verkürzt haben dürfte. Ihnen gebührt ein ganz besonderes Dankeschön. Bleibt mit Blick auf diese Nacht nur zu hoffen, dass die Brand-Ermittler der Kripo schnell fündig werden. Kommentar der Ostthüringer Zeitung am 22.09.2008

Meldung "Feuer aus" am Montag um 15 Uhr Tannaer Kameraden beenden den Löscheinsatz an Strohlager in Bahnhofstraße - Bergung des Strohs seit Sonntag rund um die Uhr Von OTZ-Redakteur Uwe Lange Tanna. Am Montag um 15 Uhr konnten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Tanna offiziell an die Rettungsleitstelle in Saalfeld melden: "Feuer aus". Nachdem dann alle Schlauchstrecken im Umfeld der Strohlagerhalle in der Bahnhofstraße abgebaut waren, rollten die Einsatzkräfte etwa gegen 18 Uhr wieder in Richtung Gerätehaus. Damit war für Wehrführer Andreas Woydt und seine Mitstreiter auch aus den Ortsteilfeuerwehren ein Löscheinsatz beendet, der sicherlich - zumindest was dessen Dauer angeht - in der Tannaer Feuerwehrgeschichte einen exponierten Platz erhalten dürfte. Hatte doch dieses "heiße Wochenende" für die örtlichen Einsatzkräfte am Sonnabend um 23.45 Uhr mit der Alarmierung zu der bereits lichterloh in Flammen stehenden Halle begonnen. Seither stand die Feuerwehr rund um die Uhr im ununterbrochenen Einsatz. Mit Ablösungen innerhalb der Tannaer Feuerwehr und durch die umliegenden Ortsteilfeuerwehren - versteht sich. Nach der eigentlichen Brandbekämpfung, bei der auch die Drehleitern aus Bad Lobenstein und Schleiz zum Einsatz kamen, lag der Schwerpunkt am Sonntag bei der Bergung des immer wieder aufflackernden Strohs aus der Halle. "Damit sollte auch die Gefahr, dass die Qualmwolke in Richtung Stadt zieht, möglichst gebannt werden", erinnerte sich der Wehrführer. Die Feuerwehr verwendete nach seiner Aussage alle Kraft darauf, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Sogar in den Nachtstunden pendelten die drei Zugmaschinen der Nikolaus Schmidt AG Rothenacker samt ihrer Hänger mit der "feurigen Fracht" zwischen der Bahnhofstraße und einem nahen Feld. Dort draußen waren ebenfalls Kameraden mit Löschwasser postiert, um gegebenenfalls Traktoren und Hänger vor übergreifenden Flammen zu schützen. Die Bergung des Strohs lief schließlich so "gut", dass man damit sogar vorfristig fertig wurde. Nach Aussage von Andreas Woydt war eigentlich noch der gesamte Dienstag dafür eingeplant. "Dass das so schnell realisiert werden konnte, ist auch der guten Organisation seitens der Nikolaus Schmidt AG zu verdanken", so seine würdigenden Worte gestern. Das ganze Wochenende über stand die Einsatzleitung auch in Kontakt mit der Direktorin der Tannaer Schule, die sich ja in unmittelbarer Nachbarschaft befindet. Man hatte aber Glück. Der Wind drehte nicht, so dass der Rauch vom Gebäudekomplex fernblieb. Am Montag konnte so der Schulbetrieb planmäßig aufgenommen werden. Nach dem Einrücken ins Gerätehaus ging man daran, die Einsatzbereitschaft wieder herzustellen. U.a. müssen aber auch zahlreiche Schläuche gereinigt und die Einsatzbekleidung gewaschen werden. Stadtbrandmeister Andreas Woydt dankte allen, die den Tannaern bei diesem Feuer zur Seite standen. Zur Brandursache ermittelt seit dem Wochenende die Saalfelder Kriminalpolizei. Brandstiftung kann nach Polizeiangaben bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund suchen die Ermittler der Kripo noch weitere Zeugen. Wer Hinweise zur Identität möglicher Brandverursacher liefern kann, meldet sich bitte unter Tel. 03672/4 17 14 24. Ostthüringer Zeitung am 23.09.2008
 Bis unters Dach voller Futterstroh Güterverwaltung "Nicolaus Schmidt" AG Rothenacker kämpft mit Folgen der Brandnacht Von OTZ-Redakteur Uwe Lange Rothenacker/Tanna. In der Nacht vom 20. zum 21. September wurden knapp 3000 Quaderballen Stroh - um die fünf Zentner wiegt einer von ihnen - in einem angemieteten Lager der Güterverwaltung "Nicolaus Schmidt" AG an der Tannaer Bahnhofstraße ein Raub der Flammen. Relativ zentral gelegen, beherbergte die Halle bis zu jenen schicksalhaften Stunden den größten Teil vom Futterstrohvorrat des landwirtschaftlichen Unternehmens aus Rothenacker. Knapp 14 Tage haben Mitarbeiter von Stefan Kühne - er ist der Vorstandsvorsitzende der AG - in der "heißen Erntephase" von Sommergerstenstroh benötigt, um das Areal zu füllen. Ausreichen sollte der Strohvorrat eigentlich bis zur nächsten Ernte im Juli/August 2009. "Futterstroh hat eine ganz besondere Qualität. Man sieht es den Ballen nicht an, dass hier mehr Aufwand drin steckt. Es darf möglichst nicht lange auf dem Feld liegen. Kommt es in eine Regenperiode ist darauf zu achten, dass es relativ schnell gewendet wird, so dass sich keine Pilze ansetzen können. Man muss noch besser aufpassen, dass es richtig trocken ist. Damit es der Kuh ganz einfach schmeckt. . .", erklärte Stefan Kühne. Dieses Stroh ist Bestandteil der täglichen Futterrationen für die gegenwärtig 1830 Rinder der Güterverwaltung "Nicolaus Schmidt". Ist eine Komponente dieser Mischung nicht in Ordnung, hat das Tier nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden ein Problem mit der gesamten Ration. "Die Kuh frisst nicht genug. Sofort geht die Milchleistung runter - das können wir uns einfach nicht leisten", aus diesen Worten von Stefan Kühne ist zu entnehmen, dass der Brandschaden vom 20./21. September für den Betrieb noch viel weitreichendere Folgen haben kann. OTZ erfuhr weiter, dass in diesem Jahr der Strohertrag pro Hektar geringer war als in den Vorjahren. Man musste demnach quasi ein Auge auf jeden Halm haben, um genügend Futterstroh bevorraten zu können. "Wir haben uns gefreut, dass wir wirklich genügend Stroh für den Winter da hatten. . .", erinnerte sich Stefan Kühne. Dies war besonders wichtig, da auch der Ertrag bei der Grasernte eher mittelprächtig ausfiel. Übers Handy erfuhr der Chef in jener Nacht vor nunmehr fast drei Wochen von dem dramatischen Ereignis in der Tannaer Bahnhofstraße und dessen absehbarem Ausmaß. Da er als Landwirt beziehungsweise Vorstandsvorsitzender bereits recht schlimme Erfahrungen mit Bränden solcher Art machen musste, war ihm schnell klar: "Wenn Stroh einmal brennt, ist alles vorbei - da gibt es keine Rettung mehr. Da kann die Feuerwehr so schnell sein wie sie will, das ist nicht zu schaffen." Diese Erfahrung sollte sich auch hier wieder bestätigen, mehr als ein kontrolliertes Abbrennen war nicht. Er eilte vor Ort und organisierte in Abstimmung mit der Einsatzleitung das Zusammenwirken seiner Kollegen mit den Kameraden der Feuerwehr bei der Bergung des zum Teil noch brennenden Strohs aus der Halle. Erste Technik der Güterverwaltung aus Rothenacker traf gegen 8.15 Uhr in Tanna ein. Nachdem ein Statiker die Halle zwecks Einsturzgefahr begutachtet und vorerst Entwarnung gegeben hatte, wurde die Bergung in Angriff genommen. Keine einfache Aufgabe, diese "feurige Fracht" aus der Stadt zu schaffen. Die Feuerwehr hatte dabei immer ein wachsames Auge auf die Traktoren und deren Anhänger. Zwei Teleskoplader und vier Zugmaschinen mit Doppelanhänger rollten so rund um die Uhr bis in die Abendstunden des 22. September. 220 Arbeitsstunden leisteten die Mitarbeiter der Güterverwaltung "Nicolaus Schmidt" an jenem Wochenende. "Das war eigentlich das erste richtige freie Wochenende nach der Ernte", präzisierte Stefan Kühne im Gespräch mit der Presse. An dieser Stelle würdigte der Vorstandsvorsitzende der AG ausdrücklich die hohe Professionalität aller Einsatzkräfte der Feuerwehr mit Stadtbrandmeister Andreas Woydt an der Spitze. Auch geht ein dickes Dankeschön an die vor Ort eingesetzten Mitarbeiter der Güterverwaltung, die hohen Einsatz zeigten. Nun brauchen die 1830 Rinder der Güterverwaltung aber weiterhin täglich ihr Futter, dem dieses Stroh in einem gewissen Anteil beigemischt werden sollte. Auf dieser Ebene hat Stefan Kühne durch die Tanner Verluste nun ein echtes Problem das ihn zwingt, deutschlandweit auf Strohsuche zu gehen. Denn Futterstroh gibt es nicht wie Sand am Meer. Vielfach bleibt es nach der Ernte gleich gehäckselt auf dem Feld und wird als Dünger wieder untergepflügt. Um für einen Außenstehenden die Menge des nötigen Stroh einmal in Zahlen zu fassen, sagte der Chef von Rothenacker: "Wir benötigen jetzt zwischen 70 und 80 Lastzüge voller Stroh." Betriebe müssen ausfindig gemacht werden, die vielleicht zu viel Stroh gemacht haben und es verkaufen können. Oder man sucht sich Partner, die Stroh überhaupt verkaufen und noch freie Kapazitäten haben. Solche Unternehmen können da aber schon mal 200 Kilometer von Rothenacker weg sein. Sehr freut sich Stefan Kühne über die Solidarität seiner Kollegen aus umliegenden Unternehmen: "Viele haben angerufen und gesagt, du kannst mal 50 oder 100 Ballen bekommen. Das ist aber nur der bekannte Tropfen auf den heißen Stein." Als Ziel aller Bemühungen des Vorstandsvorsitzenden und seiner Mitstreiter steht im Raum, den Tierbestand des Unternehmens über den nächsten Winter zu bringen. Ostthüringer Zeitung am 08.10.2008 |